12 von 12 im Dezember 2021

Veröffentlicht am 21. Dezember 2021 um 13:54

 

Mein erster 12 von 12 Blogeintrag, wie spannend! Dank Judith Peters und ihren großartigen Aktionen wie der #Jahresrückblick2021 oder auch der #RapidBlogFlow, bei dem auch ich diesen Sommer meine Fun Facts über mich aufgeschrieben habe, tauche ich immer mehr in das Abenteuer Bloggen ein und traue mich, alte Texte endlich mal zu veröffentlichen und auch ganz neue zu schreiben. Besonders in so einer großen Gruppe mit Teilnehmerinnen aus ganz Deutschland macht es besonders großen Spaß!

Aber jetzt zum 12 von 12! 

Was ist 12 von 12?

Bloggerprofis wissen es bereits: an jedem 12. eines Monats nehmen Bolger:innen weltweit ganz viele Fotos im Laufe des Tages auf, um dann am Abend oder am nächsten Tag auf ihrem Blog einen Einblick in ihren Alltag zu geben. Gar nicht so leicht, wie ich im November feststellen musste, da ich am 12.11. einfach nichts Spannendes tat oder erlebte und nicht mal zwei Fotos zusammenbekommen habe! Aber gestern habe ich mich bemüht, obwohl es ein eher geruhsamer Sonntag wurde. Ich habe gelesen, versucht zu schreiben (passenderweise an meinem Jahresrückblick für 2021, der einfach noch nicht so kommen mag) und mich mit jemandem getroffen. Aber genug der Worte, es folgen die Bilder!

Wie so häufig startet mein Tag mit einer Runde Yoga und Dankbarkeit dafür, was ich alles in diesem Jahr gemeistert habe: Ich habe einen Burn-out hinter mir gelassen, habe den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und mich beruflich ganz meiner Leidenschaft, dem Schreiben, gewidmet. Und wie bei jeder morgendlichen Yoga-Runde schicke ich gedanklich meine Unterstützung und Kraft an einen Menschen, von dem oder der ich gerade weiß, dass sie oder er es gerade braucht.

Danach habe ich mich mit meinen neuen Weihnachtssocken in Schale geworfen … 

Meine Mum hat mich dieses Jahr nämlich mit einem Adventskalender überrascht! Mami ist einfach die Beste!

Das zeigt sich schon daran, dass sie es dieses Jahr sogar schafft, mich in Weihnachtsstimmung zu bringen – und das,  obwohl ich Weihnachten nicht mehr wie die letzten sieben Jahre mit zwei Familien feiere, sondern „nur noch“ mit meiner eigenen!

Ein weitere Freude war an diesem Tag war es, mein Buch, an dem ich die letzten fünf Jahre geschrieben habe und das ich in diesem Sommer beendet habe, endlich mal aus der Schublade zu holen. Ich plane nämlich im Januar an einem Wettbewerb teilzunehmen und muss entscheiden, welche 100 zusammenhängenden Seite ich einsenden werde … Gar nicht so leicht!

Aber mit einem Teller Suppe liest es sich auf jeden Fall gut, auch wenn ich immer noch ziemlich viele Notizen mache, Worte streiche und Sätze umstelle. Ich liebe es einfach, mich in stundenlang in Cafés zu setzen und zu lesen …

Oder zu schreiben! Nachdem die Suppe nämlich aufgegessen war, habe ich mich an meinen Jahresrückblick gemacht und muss zugeben, dass ich hier echt am Kämpfen bin. 2021 war ein anstrengendes Jahr, in dem ich viele wichtige und nervenzerreibende Entscheidungen getroffen habe. Ich weiß noch nicht, ob ich bereit bin, wirklich so ausführlich darüber zu schreiben und nachzudenken … Auch wenn mir schreiben eigentlich immer hilft, fällt es mir gerade schwer, den Anfang zu finden!

Nach meinem arbeitsreichen aber leider nicht sehr produktiven Tag im Café, kam es zu einer Begegnung der anderen Art. Ein Date, das sich nach wenigen Momenten schon als Nicht-Date herausstellte, da wir an komplett anderen Dingen aneinander interessiert waren, das aber zu einem sehr interessanten und intensiven Gespräch in einem Treppenhaus geführt hat. Es könnte der Beginn einer wunderbaren Freundschaft sein!

Auf jeden Fall hat es mich nachdenklich gestimmt. Mehrmals wurde mir gesagt, ich sei so unglaublich nett und habe so eine positive Ausstrahlung. Ja, schön! Ich bin gerne nett, aber es ist auch etwas, was mir schon als Mädchen immer wieder vom Patriarchat gepredigt wurde, so, dass es in mir sitzt, ohne dass ich weiß, ob es wirklich zu mir gehört. So, dass es in mir sitzt, dass ich noch lächele, wenn ich einem Arzt gegenübersitze und ihm sage, mir geht es scheiße und er es mir nicht glaubt, „weil, Sie wirken doch sehr positiv auf mich!“. So, dass es in mir sitzt, dass ich noch ja sage und freundlich lächele, wenn mein Chef noch mehr von mir verlangt, obwohl ich schon jetzt heillos in Arbeit untergehe, nachts nicht mehr schlafe und nicht weiß, wo mir der Kopf steht. Ich diese Nettigkeit zwar nach draußen ausstrahle, sie aber nicht mehr spüre. Weil ich gar nichts mehr spüre, weil ich seit Jahren nur noch wie ein Zombie durch die Pariser Métro laufe … Métro boulot dodo – U-Bahn Job Schlafen, heißt das Ganze auf Französisch! Aber  STOPP! Es liegt hinter dir, der Burn-out liegt hinter dir und du bist dabei, zu dir zurückzufinden. Nimm dir die Zeit dafür, die es braucht! Und à prpopos Patriarchat … (sehr geschickte Überleitung, was?^^)

Um mich auf dem Heimweg von meinem Gedankenkarussel abzulenken, greife ich zu meiner neuesten Lektüre, von der ich schon nach wenigen Seiten begeistert bin und da ich Zitate nun mal liebe … here you go:

 „Und dieses Problem nannten sie „Patriarchat“. Sie gingen auf die Straßen und riefen „Smash Patriarchy!“, und in diesem neuen Umgang war der Begriff von seinem monolithischen Charakter befreit. Er machte es möglich, „etwas Gemeinsames zwischen der Weinstein-Affäre, der Wahl Trumps, der Not der Näherinnen in Asien, der Landarbeiterinnen in Nordamerika und den epidemischen Vergewaltigungen in Indien zu sehen“, wie die Kulturchefin des Guardian Charlotte Higgins über die Gründe für das Revival des Konzepts schreibt. Es hilft zu verstehen, warum so viele Frauen es nicht schaffen, Männer zu verlassen, die sie erniedrigen und kontrollieren, warum Organisationen, auch wenn sie von Frauen geführt werden, noch immer eine Gender-Lohnlücke aufweisen. Warum die Kleidung von Angela Merkel und Theresa May in den Medien kommentiert wird, die von Emmanuel Macron aber nicht.“

Genug nachgedacht und gelernt und gelesen: Zeit zum Abschalten beim „In die Ferne gucken“ aka beim Serien süchteln mit Kuscheldecke!

Doch so ganz lassen mich meine Gedanken heute nicht in Ruhe, also greife ich um kurz vor Mitternacht noch zu meinem Tagebuch und schreibe auf, was meinen Schlaf vertreiben will. Glück gehabt, dieses Mal hat es geholfen und so ist es um 12 vor 12 vorbei mit dem heutigen Tag!

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