
Inhalte des Blogartikels
I. Mein Jahresrückblick 2023
I.I Wie gut 2023 angefangen hat
I.II (Ein)Leben in Wien
I.III Endlich out and loud
II. Selbst und ständig
II.I Was 2023 beruflich schief lief
II.II Was 2023 beruflich richtig gut lief
II.II.I Das LGBTQIA*-Buch
II.II.II Princess Charming
II.II.III Queer.de
II.II.IV The:Sorority
II.II.V Verpasste Momente
II.II.V.I Mein erstes Tattoo
II.II.V.II Meine erste Lesung
III. Das Schwerste
III.I Der gefürchtete Anruf
III.II Die Tage im Krankenhaus
III.III Die Tage im Haus meiner Eltern
III.IV DER Anruf
III.V All das danach
IV. Meine 3 liebsten eigenen Blogartikel des Jahres
V. Mein Jahr 2023 in Zahlen
V.I Social Media
V.II Books
V.III Blog
VI. Was 2023 sonst noch los war
V.II Meine Ziele für 2024
Mein Jahresrückblick 2023
2021 habe ich meinen ersten Jahresrückblick mit @sympatexter geschrieben. Damals habe ich davon berichtet, wie ich mein altes Leben in Paris hinter mir ließ – Liebe, Land und Arbeit. Das Jahr 2022 habe ich dann im Zwischenstadium verbracht. Lebte wieder bei meinen Eltern, wurde mit Mitte 30 erneut zur Teenagerin, reiste viel und entschied mich schließlich dazu, in meine Wahlheimat Wien zurückzuziehen. Was ich im Oktober 2022 dann auch tat. Dementsprechend hatte ich viel um die Ohren und keine Zeit beim Jahresrückblog von Judith Peters mitzumachen.
Gut, dachte ich mir. War das wohl eine einmalige Sache. Doch in diesem Jahr bin ich wieder dabei, denn dieses Jahr ist mir das bisher Schlimmste in meinem Leben passiert. Ich habe meinen Vater verloren. Warum darüber schreiben? Weil Schreiben heilt. Zumindest hilft es mir bei meinem Heilungsprozess. Es ist eine der wenigen Möglichkeiten für mich, Erlebnisse zu verarbeiten. Daher erschien mir der Jahresrückblick als perfektes Mittel, um aufzuhören, den Tod meines Vaters von mir zu schieben und mich damit auseinanderzusetzen.
Auch wenn das Jahr von der schweren Krankheit und schließlich dem Verlust meines Vaters geprägt ist, habe ich natürlich auch viel anderes erlebt. Einiges davon gut, anderes weniger gut. Doch alles in allem hatte 2023 versprochen, endlich das Jahr zu werden, in dem es mir nach Burnout und Lebensumstellung endlich wieder besser gehen sollte. Wie sehr ich mich täuschte …
Wie gut 2023 angefangen hat
2023 bin ich zum ersten Mal alleine mit meiner Mutter in den Urlaub gefahren. Zugegeben aus der Not heraus, denn mein krebskranker Vater fühlte sich nicht mehr fit genug, um die Reise nach Ägypten anzutreten. Und so sprang ich quasi für ihn ein. Für meine Mum und mich bedeutete es zwei Wochen voller Sonne, Meer und Energietanken. Für mich allerdings nicht nur das. Als Selbstständige genieße ich zwar viele Vorteile, doch gerade in der Anfangsphase, in der ich mich noch befinde, gibt es auch einen riesigen Nachteil: Frau hat nie frei. Anfang des Jahres hatte ich einen neuen Kunden dazugewinnen können und für den hieß es jetzt – ausgerechnet im Ägyptenurlaub –, dass ich mich einarbeiten musste. Während die Vormittage und Nachmittage am Strand verbracht wurden, setzte ich mich vor oder nach dem Abendessen jeden Tag für zwei bis drei Stunden an meinen Laptop und arbeitete.

Dadurch, dass ich arbeiten musste, wurde es ein richtiger Strandurlaub. Außer, um mit dem Tuktuk in andere Hotels zu fahren, um dort zu speisen, verließen meine Mum und ich das Hotel so gut wie gar nicht. Das fand ich zwar sehr schade, andererseits hatte ich auch kaum Energie geschweige denn Zeit, um großartig auf Erkundungstour zu gehen. Ganz so schlimm war das auch nicht, denn Ägypten hatte ich schon 2019 beim gemeinsamen Familienurlaub vom Nil aus erkundet. In diesem Jahr lag der Fokus auf einer anderen Sache. Für meine Mutter und mich bedeutete er eine Flucht aus dem Alltag. Einfach mal unsere Sorgen und Ängste um meinen Vater, wenn auch nicht zu vergessen, so zumindest eine kleine Pause davon zu bekommen.
Was wir darüber entdeckten, waren nicht nur gleiche Ängste, Wünsche und Sorgen, sondern vor allem auch ein neues Verhältnis zueinander – auf Augenhöhe. Wir redeten und diskutierten nicht mehr wie Mutter und Kind, sondern wie zwei erwachsene Frauen – über Krebs, Feminismus und Politik.

(Ein)Leben in Wien
Zurück in Wien wollte ich endlich damit anfangen, mich dort richtig einzuleben. Zwar war ich schon im Oktober 2022 wieder nach Wien gezogen, doch über Silvester und nach dem Urlaub im März hatte ich jeweils wieder viel Zeit in Kassel verbracht. Dementsprechend mangelte es in meiner Wohnung immer noch an Möbeln und Einrichtung. Doch wie lebt man sich in einer halb leeren Wohnung ein? Es wurde Zeit, mir endlich einen meiner größten Wünsche zu erfüllen- ihr werdet lachen: ein Sofa!

Was hilft sonst noch gegen die Einsamkeit in einem neuen Leben? Richtig! Der Besuch der besten Freundin! Meine BFF bei mir in Wien zu haben – passenderweise auch, als endlich mein samtgrüner Traum von einem Sofa geliefert wurde, denn ohne sie hätte ich es nie geschafft, das Dingen alleine zusammenzubauen – war einer der schönsten Momente in diesem Jahr. Wie schön ist es, eine Person im eigenen Leben zu haben, mit der frau sich so wohl fühlt, dass ich mich wiederholt beim Ru Pauls Drag Race-Schauen dabei erwischte, wie mein Blick zufällig nach rechts wanderte und ich mich erschrak, dass da eine saß. Wie geil ist es bitte, dass ich mich bei dieser Person so pudelwohl fühle, dass mein Gehirn einfach denkt, ich sei allein. Immer und immer wieder. Sobald mein Blick auf die fiel und ich mich kurz erschreckte, freute ich mich sofort wie eine Schneekönigin über ihre Gesellschaft.

Doch auch dieser wunderschöne sorgenfreie Moment wurde von einem traurigen Geschehnis überschattet. Gerade als wir uns im Belverdere Klimts „Kuss“ ansehen wollte, erhielt ich einen Anruf: Eine gute Freundin aus meiner Theatergruppe war – wenn auch bereits 85, so dennoch überraschend – verstorben. Sie war der vierte Mensch, den ich in meinem Leben an den Tod verlor. In diesem traurigen Moment war ich sehr froh darüber, meine BFF an meiner Seite zu haben. Sie half mir, den ersten Schock zu verarbeiten. Dennoch fiel ich in ein Loch, nachdem sie fuhr. Der Tod dieser guten Freundin führte natürlich auch dazu, dass ich mir Gedanken über meinen Vater machte. Es war schon so komisch, sie nicht mehr in meinem Leben zu haben. Wie sollte das erst bei meinem Vater werden, der nicht nur mein ganzes Leben für mich da war, sondern auch der Grund war, warum es mich überhaupt gab.
Leider war 2023 das Jahr, in dem ich es herausfinden sollte. Doch bis zu diesem Zeitpunkt gab es auch ein paar schöne Momente – in Wien und in Kassel.
Endlich out and loud
In meinem letzten (und ersten) Jahresrückblog von 2021 habe ich darüber geschrieben, wie ich 2021 den Schritt wagte, mein altes Leben in Paris inklusive Job, Festanstellung und siebeneinhalbjähriger Beziehung hinter mir zu lassen. Nur in einem Nebensatz erwähnte ich, dass ich 2021 auch auf meiner ersten Pride war. Eigentlich hatte ich ein ganzes Kapitel dazu schreiben wollen, aber erstens hatte ich schon viel zu viel geschrieben und zweitens verließ mich wohl dann doch der Mut. Warum?
2021 war das Jahr, in dem ich endlich das erste Mal aussprach, was ich schon seit meiner Kindheit und Jugend in mir tief drin gespürt hatte: „Ich bin pansexuell“ – oder eher „Je suis pansexuelle“. Auf die Pride in Paris ging ich noch in dem Mindset hin, dort als Ally für die LGBTQIA+-Community zugegen zu sein. Doch es war mir sogar so wichtig, bei dieser für mich ersten Pride dabei zu sein, dass ich sogar komplett alleine hinging. Keine:r meine:r Pariser Freund:innen interessierten sich dafür oder hatten Zeit. Ich weiß nicht mehr, ob Wochen oder Tage, doch wenig später dämmerte in mir die Erkenntnis, dass ich mich deshalb mein ganzes Leben zur LGBTQIA+-Community hingezogen fühlte, weil ich ein Teil davon war.
Auf der Arbeit hatte ich etwa 2020 das erste Mal von dem Begriff „Pansexuell“ gelesen und mir gedacht, wenn ich queer wäre, dann würde der Begriff mich am besten beschreiben. Als ich mich während meines Studiums der Theater-, Film- und Medienwissenschaft in Wien näher mit Gender Studies auseinandergesetzt hatte, war mir bewusst geworden, dass mein erster Crush als Teenie ein anderes Mädchen war. Immer wieder hatte ich enge Freundinnenschaften mit Mädchen und Frauen, wo ich mir meine Eifersucht auf anderen Freund:innen, die in dieses Zweiergespann eingriffen, nicht erklären konnte.
2021 war der Moment, wo sich alles zusammenfügte. Während ich 2021 und 2022 nach und nach mein Coming-out bei Freund:innen und Familie hatte, kam ich ziemlich schnell an den Punkt, an dem auch Billie Eilish zu sein scheint: Ich brauche mich nicht zu outen, ich bin einfach, wie ich bin und jetzt, wo ich selbst es weiß, wird es mein Umfeld früher oder später auch erfahren – diese Einstellung ist in der heutigen noch so queerfeindlichen Welt ein unglaubliches Privileg. Also hörte ich auf, mich den Menschen um mich herum zu erklären und lebte einfach mein Leben. Das bedeutete, dass ich erste Dates mit Frauen hatte, ich mir meine queere Bubble suchte und ich 2023 gleich bei zwei Prides auf dem Programm standen: Am 17 Juni in Wien und am 05. August in meiner Geburtsstadt Kassel.

Es waren zwei völlig verschiedene Erfahrungen. Allein durch die Anzahl von 300.000 Menschen auf dieser Demo entstand in Wien das Gefühl eines Safe Spaces in der Stadt für unsere Community. Dementsprechend wurde ausgelassen getanzt und gefeiert. In Kassel hingegen, wenn auch offiziell eine Großstadt eine deutlich kleinere Stadt als Wien, gab es mehrere Momente, an denen ich mir wie ein Tier im Zoo vorkam. Natürlich war die Anzahl der Demonstrierenden bedeutend kleiner, dementsprechend konnte frau weniger in der Masse „untergehen“. Daher fielen sie in Kassel einfach mehr auf, auch wenn es sie auch in Wien gab: Die hauptsächlich weißen cis Dudes, die mit ihren Handykameras in die Menge filmten und mit ihrem Male Gaze ausgerechnet jene Frauen* und weiblich gelesenen Personen anstarrten, die sich von ihm befreien wollen.
Doch die gezückten Handys der Herren, ihre Blicke und das Catcalling waren nicht die einzigen Übergriffe, die ich bisher auf einer Pride erleben musste. Was mir 2021 bei meiner ersten Pride geschah, habe ich hier geschildert. Doch auch auf der Pride in Wien, auf der ich mich eigentlich so rund um pudelwohl fühlte, blieb ein Übergriff nicht aus. Doch dessen wurde ich mir erst später bewusst. Für ein Gruppenfoto posierte ich mit Freund:innen und einer Drag Queen. Als wir uns in Pose warfen, fühlte ich auf einmal die Hand der Drag Queen an meiner Brust. Anstatt meiner Empörung darüber Luft zu machen (die zu diesem Zeitpunkt nur ein unangenehmes Gefühl voller Berechtigungszweifeln war), dass ich ausgerechnet auf einer Pride begrabscht wurde, lachte ich über den Kommentar der Drag Queen, der in die Richtung ging, dass ich tolle Brüste hätte.
Wieder einmal fiel ich in alte Muster zurück, die das Patriarchat mir seit klein auf so schön eingetrichtert hatte: Statt wütend zu werden, lächelte ich brav und freute mich über das Kompliment. Alles unter der Prämisse, dass die Drag Queen als queere Person das Grabschen ja nicht als sexualisierte Handlung getätigt hatte, sondern als Spaß und vielleicht sogar als Akt, der uns verschwistern sollte. Doch wieder einmal lief ich mit dem gedämpften Gefühl in meinem Inneren herum, dass hier etwas geschehen war, was nicht in Ordnung war. Erst Tage später wurde mir bewusst, was es war: Der Konsens hatte gefehlt. Egal ob queer, hetero, Mann, Frau, nich-binär, trans oder cis: Wer mich nicht danach fragt oder meine eindeutige Erlaubnis hat, hat mit seinen*ihren Händen nichts an meinen Brüsten zu tun. Selbst wenn wir der gleichen Community angehören und uns einig sind, dass geschlechtliche Stereotype über Bord geworfen werden sollen, gehört mein Körper immer noch mir. Auch wenn ich die Handlung nicht als sexuelle Handlung wahrgenommen habe, hier wurde ich von einer Person, die dazu nicht meine Erlaubnis hatte, an einer Intimstelle berührt, die unsere Gesellschaft nun mal sexualisiert hat, egal wie sehr ich persönlich mich dagegen auflehne. Und selbst wenn die weibliche Brust nicht dermaßen sexualisiert wäre: Es ist und bleibt mein Körper und wenn ich an einer bestimmten Stelle nicht von einer mir wildfremden Person (oder auch einer gut bekannten Person) berührt werden möchte oder mir darüber nicht im Klaren bin, dann hat keine Hand der Welt etwas an dieser Stelle zu suchen.

Selbst und ständig
Nicht nur mein Privatleben stellte mich 2023 vor eine Challenge. Die Selbstständigkeit war 2023 gleichzeitig Fluch und Segen. Sie ermöglichte es mir, immer wieder nach Kassel zu fahren, um für meine Familie da zu sein. Doch sie litt auch unter der stressigen Situation. In einer Festanstellung hätte ich mir einfach Urlaub nehmen können. Allerdings hätte das auch bedeutet, dass ich nicht so oft und so spontan nach Kassel hätte fahren können. Doch es hätte den Vorteil gehabt, dass ich mich in der Zeit auf meinen Vater und auf mich hätte konzentrieren können. So musste ich jeden Tag weiterhin arbeiten. Denn ich bin in den ersten Jahren der Selbstständigkeit und nach zwei Umzügen innerhalb von zwei Jahren bin ich noch nicht wieder so weit, dass ich mir genügend angespart hätte, um mir quasi einen Urlaub durch die Selbstständigkeit finanzieren zu können. Also musste ich jeden Tag zumindest das Minimum arbeiten. Egal wie es mir psychisch ging. Das hieß, dass ich auch am Tag des Todes meines Vaters und am Tag seiner Beerdigung arbeitete.

Was 2023 beruflich schief lief
Diese Erfahrung zählt für mich definitiv zu den negativen Erlebnissen in meiner Selbstständigkeit dieses Jahr, genauso wie die Zusammenarbeit mit dem neuen Kunden vom Beginn des Jahres. Zunächst gestaltete sich die Zusammenarbeit super positiv. Der Kunde, bestehend aus zwei Personen, begriff, dass ich mehr von der Redaktionsarbeit verstand als sie selbst, gab das auch offen zu und übergab mir nach und nach mehr Aufgaben, während ich ihn mit meinem Wissen fütterte. Dementsprechend stieg die Zahl der Stunden und als er mich für 6 bis 7 Stunden pro Tag wollte, verhandelte ich einen (als Selbstständige immer noch viel zu niedrigen) Stundenlohn aus, da ich sonst nicht die vielen Stunden nur für diesen einen Kunden würde aufbringen können.
Wir einigten uns auf einen vorübergehenden Lohn und dann den richtigen Lohn, den ich nach der Einarbeitungsphase bekommen sollte. Nach drei Monaten fragte ich vorsichtig an, ob ich denn jetzt meinen eigentlichen Lohn würde bekommen können. Eingearbeitet war ich schon lange. Die Reaktion der einen Person machte mir deutlich, dass es zwischen den beiden keine Absprache diesbezüglich gegeben hatte. Nach einer erfragten Bedenkzeit kamen sie erneut auf mich zu und sagten, dass sie mir auf jeden Fall den verhandelten Preis zahlen wollten, da meine Arbeit es ihnen auch wert sei, dass sie dann aber meine Stunden wieder reduzieren müssten. Das war für mich in Ordnung, wollte ich mein Kund:innennetz doch sowieso ausweiten und hatte gerade einen größeren Übersetzungsauftrag hereinbekommen.
Es war sowieso nie eine gute Idee als Selbstständige zu viele Eier in einen Korb zu legen. Die Erkenntnis bekam ich bald am eigenen Körper zu spüren. Während ich den Sommer in Kassel verbrachte, um für meinen Dad da zu sein, da meine Mum ein bitter nötige Kur machte, verkürzten sie erneut meine Stunden. Parallel fiel mir auf, dass sie andere Texter:innen mit meinen vorherigen Aufgaben betreuten. Eine dieser Personen fing an, meine Arbeit schlecht zu machen. Doch ich hatte keine Kraft dem entgegenzusteuern, denn es war zermürbend, meinen Vater ständig in Schmerzen zu sehen. Ich arbeitete einfach weiter, bekam weniger und weniger Feedback von dem Kunden. Ich hatte dabei kein gutes Gefühl, aber es fehlte die Kraft.
Als mein Vater nur Wochen später im Sterben lag, meldete sich der Kunde und sagte, ihm seien vermehrt Flüchtigkeitsfehler aufgefallen. Ich entschuldigte mich und versprach, besser darauf zu achten. Nachdem ich nach dem Tod meines Vaters wieder in Wien war und etwas zur Ruhe kam, kam erneut schlechtes Feedback. Ich erklärte die Ausnahmesituation, dass mein Dad gestorben war, ich ihn beim Sterben begleitet hatte und dass ich die ganze Zeit über auf meinem Laptop in der Excel-Tabelle hatte arbeiten müssen, wo sich Tippfehler auf dem kleinen Bildschirm schneller einschlichen als auf meinem großen Screen. Der Kunde reagierte mit großem Verständnis darauf und versprach, dass wir gemeinsam nach einer Lösung suchen würden, damit ich wieder unter besten Bedingungen würde arbeiten können.
Ich fühlte mich verstanden und unterstützt. Tatsächlich hatte ich seit meiner Rückkehr nach Wien und an meinem großen Bildschirm seit zwei Wochen wieder fehlerfrei gearbeitet. Ich überprüfte jeden Satz doppelt und dreifach. Doch es gab kein Vieraugen-Prinzip bei meiner Aufgabe. Und obwohl dies eindeutig ein Versäumnis des Kunden ist, denn wenn eine Redaktion ohne Korrekturlesen arbeitet, dann passieren Flüchtigkeitsfehler, wurde es mir zum Verhängnis. Nur wenige Tage nach der Zusicherung, dass man gemeinsam nach Lösungen suchen würde, kam die Kündigung. Mit der Begründung, dass die Fehler aus der Vergangenheit jetzt erst nach und nach auftauchten, da die Artikel ja zu verschiedenen Zeitpunkten gepostet würden.
Diese Erfahrung zählt für mich definitiv zu den negativen Erlebnissen in meiner Selbstständigkeit dieses Jahr, genauso wie die Zusammenarbeit mit dem neuen Kunden vom Beginn des Jahres. Zunächst gestaltete sich die Zusammenarbeit super positiv. Der Kunde, bestehend aus zwei Personen, begriff, dass ich mehr von der Redaktionsarbeit verstand als sie selbst, gab das auch offen zu und übergab mir nach und nach mehr Aufgaben, während ich ihn mit meinem Wissen fütterte. Dementsprechend stieg die Zahl der Stunden und als er mich für 6 bis 7 Stunden pro Tag wollte, verhandelte ich einen (als Selbstständige immer noch viel zu niedrigen) Stundenlohn aus, da ich sonst nicht die vielen Stunden nur für diesen einen Kunden würde aufbringen können.
Wir einigten uns auf einen vorübergehenden Lohn und dann den richtigen Lohn, den ich nach der Einarbeitungsphase bekommen sollte. Nach drei Monaten fragte ich vorsichtig an, ob ich denn jetzt meinen eigentlichen Lohn würde bekommen können. Eingearbeitet war ich schon lange. Die Reaktion der einen Person machte mir deutlich, dass es zwischen den beiden keine Absprache diesbezüglich gegeben hatte. Nach einer erfragten Bedenkzeit kamen sie erneut auf mich zu und sagten, dass sie mir auf jeden Fall den verhandelten Preis zahlen wollten, da meine Arbeit es ihnen auch wert sei, dass sie dann aber meine Stunden wieder reduzieren müssten. Das war für mich in Ordnung, wollte ich mein Kund:innennetz doch sowieso ausweiten und hatte gerade einen größeren Übersetzungsauftrag hereinbekommen.
Es war sowieso nie eine gute Idee als Selbstständige zu viele Eier in einen Korb zu legen. Die Erkenntnis bekam ich bald am eigenen Körper zu spüren. Während ich den Sommer in Kassel verbrachte, um für meinen Dad da zu sein, da meine Mum ein bitter nötige Kur machte, verkürzten sie erneut meine Stunden. Parallel fiel mir auf, dass sie andere Texter:innen mit meinen vorherigen Aufgaben betreuten. Eine dieser Personen fing an, meine Arbeit schlecht zu machen. Doch ich hatte keine Kraft dem entgegenzusteuern, denn es war zermürbend, meinen Vater ständig in Schmerzen zu sehen. Ich arbeitete einfach weiter, bekam weniger und weniger Feedback von dem Kunden. Ich hatte dabei kein gutes Gefühl, aber es fehlte die Kraft.
Als mein Vater nur Wochen später im Sterben lag, meldete sich der Kunde und sagte, ihm seien vermehrt Flüchtigkeitsfehler aufgefallen. Ich entschuldigte mich und versprach, besser darauf zu achten. Nachdem ich nach dem Tod meines Vaters wieder in Wien war und etwas zur Ruhe kam, kam erneut schlechtes Feedback. Ich erklärte die Ausnahmesituation, dass mein Dad gestorben war, ich ihn beim Sterben begleitet hatte und dass ich die ganze Zeit über auf meinem Laptop in der Excel-Tabelle hatte arbeiten müssen, wo sich Tippfehler auf dem kleinen Bildschirm schneller einschlichen als auf meinem großen Screen. Der Kunde reagierte mit großem Verständnis darauf und versprach, dass wir gemeinsam nach einer Lösung suchen würden, damit ich wieder unter besten Bedingungen würde arbeiten können.
Ich fühlte mich verstanden und unterstützt. Tatsächlich hatte ich seit meiner Rückkehr nach Wien und an meinem großen Bildschirm seit zwei Wochen wieder fehlerfrei gearbeitet. Ich überprüfte jeden Satz doppelt und dreifach. Doch es gab kein Vieraugen-Prinzip bei meiner Aufgabe. Und obwohl dies eindeutig ein Versäumnis des Kunden ist, denn wenn eine Redaktion ohne Korrekturlesen arbeitet, dann passieren Flüchtigkeitsfehler, wurde es mir zum Verhängnis. Nur wenige Tage nach der Zusicherung, dass man gemeinsam nach Lösungen suchen würde, kam die Kündigung. Mit der Begründung, dass die Fehler aus der Vergangenheit jetzt erst nach und nach auftauchten, da die Artikel ja zu verschiedenen Zeitpunkten gepostet würden.

Der wahrscheinlichere Grund: Sie hatten zwei Personen gefunden, die meinen Job übernehmen wollten und wahrscheinlich zu zweit so viel kosteten wie ich allein. Schon als ich bei ihnen angefangen hatte, hatte ich gehört, dass jemand anders gekündigt wurde. Mehrere Male erlebte ich mit wie Texter:innen, die für Niedrigstpreise schrieben, gekündigt wurden. Die Red Flags waren von Anfang an da, doch ich hatte mal wieder eine persönliche Beziehung zum Kunden aufgebaut und ihm blind mein Vertrauen geschenkt. Daraus werde ich für die Zukunft lernen.
Mittlerweile bin ich froh über die Kündigung, denn von dem gezahlten Lohn hätte ich niemals gut leben können. Ich frage mich immer, wie das die anderen Texter:innen tun, die für 1,5 Cent pro Wort schreiben. Wie zahlen sie davon ihre Steuern, die Miete und die steigenenden Lebensmittelkosten? Ich weiß jetzt, dass meine Arbeit nur gut sein kann, wenn ich es mir leisten kann, auch Pausen zu nehmen. Ich habe die letzten zwei Jahre jeden Tag und manchmal am Wochenende gearbeitet, selbst im Urlaub. Nur nach meinem Umzug hatte ich mir eine „freie Woche“ gegönnt. Nach diesem Erlebnis ist mir klar, dass es ein Umdenken in meinem Business geben muss. Und das geschieht gerade, denn auch wenn die Selbstständigkeit anstrengend ist, sie hat so viel Gutes und entspricht einfach viel mehr meinem Wesen, als das 9 to 5!
Was 2023 beruflich richtig gut lief
Das LGBTQIA*-Buch
2023 bekam ich meinen ersten Auftrag auf Nachfrage rein. Es ging um die Übersetzung mehrerer Kapitel von „Big Ideas. Das LGBTQIA*-Buch“, das ab Februar 2024 beim DK-Verlag erscheint. Ich wurde ausgewählt, da ich mich als queere Übersetzerin mit der Thematik des Buches besonders gut auskannte. Der Übersetzungsauftrag machte richtig Spaß und ich lernte eine Menge dazu. Zum Beispiel, dass es im Alten Ägypten zwei hohe Beamte namens Nianchchnum und Chnumhotep gab, die beide Aufseher der königlichen Maniküre waren und die in ihrem Grab wie ein Ehepaar dargestellt wurden. Eines der frühsten homosexuellen Pärchen!
Princess Charming
Richtig Spaß machte es auch für Kino.de über die dritte Princess Charming Staffel zu schreiben. Nicht nur hat dies mir ermöglicht, die aktuelle und die ersten beiden Staffeln durch zu suchten, ich konnte auch eigene Themen vorschlagen und bei den Rückblicken auf die letzte Folge eigene Schwerpunkte setzen. Dadurch sind viele meiner Meinung nach spannende Artikel und sogar ein Quiz entstanden:
- „Princess Charming“-Rückblick: Deshalb war Staffel 1 ganz anders als andere Dating-Shows
- „Princess Charming“: Warum der erste Kuss nicht das Wichtigste in Folge 2 war
- „Princess Charming“: So gut ist die Datingshow im Vergleich zu anderen queeren Formaten
- Wie bedeutend ist „Princess Charming“ für queere Repräsentation?
- „Princess Charming“: 4 Gründe, warum sich die Dating-Show auch für Heteros lohnt
- „Princess Charming“ 2023: Darum überrascht das große Wiedersehen in Folge 10 anders als erwartet
Queer.de
Mit queer.de konnte ich dieses Jahr einen Kunden dazu gewinnen, für den ich meine queer-feministische Arbeitsweise vertiefen und alte Erfahrungen aus meinem Theater-, Film- und Medienwissenschaftsstudium wieder auspacken kann, was mir richtig viel Freude bereitet. Gerade arbeite ich an zwei Buchkritiken und zwei Filmkritiken von mir wurden bereits von mir veröffentlicht:
In der Zwischenzeit ist auch schon meine Rezension zum Vielfalts-Duden raus!
The:Sorority
Und dann habe ich endlich einen Schritt gewagt, mit dessen Umsetzung ich lange gespielt hatte, wo aber wieder die Krankheit meines Vaters dazwischen funkte. Doch als ich im Oktober wieder nach Wien kam, setzte ich mein Vorhaben endlich in die Tat um und trat „The:Sorority“ bei, um in Wien mit dem Vernetzen anzufangen. Best decision yet, denn ich habe das breit gefächerte Angebot des Vereins bereits gut genutzt und wundervolle neue Menschen kennengelernt: Vom CV-Check über die „Selbst & Ständig“ Treffen, hin zum „Salon Sorority“, dem Buchklub, von dem ich auch in meinem letzten „12 von 12“ geschrieben habe. Außerdem bin ich dem ehrenamtlich arbeitenden Content-Team beigetreten und habe gemeinsam mit @smartie_love einen Artikel zu den „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ geschrieben, denn am 08. Dezember war ich auf einer Demo gegen Feminizide. In „16 Tage gegen Gewalt an Frauen – Und ich weiß, dass ich sterbe, weil ich eine Frau bin“ berichte ich von meinem Erlebnis.
Verpasste Momente
Nein, unter dieser Überschrift will ich nicht darüber schreiben, was ich 2023 alles verpasst habe. Im Gegenteil: Es geht um mein erstes Buch. Im Jahresrückblog 2021 hatte ich es mir für 2022 vorgenommen und dann tatsächlich auch durchgezogen – wenn auch anders als geplant. Im Oktober 2022 habe ich dank Story One mein erstes Buch als Print on Demand veröffentlicht: „Missed Moments“. Und darin geht es um die verpassten Momente. In mehreren Kurzgeschichten erzähle ich, wie meine Protagonistin in verschiedenen Lebensphasen auf Personen trifft, mit denen sich eine gemeinsame Zukunft hätte entwickeln können. Doch dann folgt ein falsches Wort, eine falsche Geste, eine falsche Entscheidung und die Zukunftsvision zerplatzt. Immer und immer wieder.
Mein erstes Tattoo
Doch die Veröffentlichung war ja schon im Jahr 2022, was hat das jetzt in einem Jahresrückblog von 2023 zu suchen? Ganz einfach: Ich habe in diesem Jahr endlich angefangen, auf Social Media von meinem Buch zu berichten und hatte am 06. August im @stadtcafe_kassel meine erste Lesung. Kurz zuvor hatte ich mir einen alten Traum erfüllt und mir endlich mein erstes Tattoo stechen lassen. Seit Längerem hatte ich mir vorgenommen, mir ein thematisch passendes Tattoo stechen zu lassen, sollte ich jemals tatsächlich ein Buch veröffentlichen. Tatsächlich ist es dann gar nicht das Buch geworden, an dem ich seit acht Jahren arbeite (und für das ich mir für 2024 hiermit offiziell vornehme, es bei einem Verlag zu veröffentlichen), sondern ein Buch voller Kurzgeschichten, dass mitten in einem mit Arbeit überfüllten Sommer in nur wenigen Wochen entstand. „Missed Moments“ war genau die richtige Inspiration für mein erstes Tattoo, denn als Cover für mein Buch hatte ich ein Bild mit fliegenden Vögeln gewählt. Sie repräsentieren für mich den verflogenen Moment, der nicht mehr wiederkommt. Und da Vögel auch noch meine Lieblingstiere sind, entschied ich mich für ein Motiv mit fliegenden Vögeln.
Gemeinsam mit @david.ink.ks hatte ich an dem Motiv gebastelt (ich gedanklich, er mit der wunderbaren Ausführung) und am 4. August war es so weit. Gemeinsam mit meiner BFF klopfte ich bei David an der Tür, um mir das erste Tattoo meines Lebens stechen zu lassen. Im Gespräch mit meinen Freund:innen hatte ich mich dazu entschieden, nur zwei Vögel auf meinen oberen Unterarm stechen zu lassen, statt den ursprünglichen dreien. Immerhin, so hatte eine gute Freundin angemerkt, ging es in sämtlichen Kurzgeschichten immer um zwei Personen. So teilte ich David mit, welcher Vogel nicht mit drauf sollte und bekam Herzrasen, als es endlich so weit war. Kurz bevor es losging und ich da so im Tattoostuhl saß, dachte ich mir, ich schaffe das nicht. Ich hatte die größten Sorgen vor den Schmerzen, die ich mir stets gewaltig vorgestellt hatte. Ich konnte das Blutbad, wie ich es mir vorstellte, nicht mit ansehen und drehte meinen Kopf weg, als David das erste Mal mit der Nadel zustach.
Auch die Hand meiner BFF konnte ich nicht wie beabsichtigt zerdrücken😈, denn die sollte ja Fotos und Videos machen, um den Moment festzuhalten. Schnell stellte ich fest, dass ich ihre Hand gar nicht zerdrückt hätte. Die Stiche waren eher wie ein angenehmes Kitzeln. Schließlich traute ich mich sogar hinzugucken – und stellte fest, dass David mit dem falschen Vogel angefangen hatte. Also dem, das ich eigentlich hatte weglassen wollen. Und so kam es dazu, dass es doch bei den ursprünglichen drei Vögeln blieb. Worum ich heute dankbar bin, denn als ich mit dem neuen Tattoo nach Hause kam und es meinem Dad vorführte, deutete er darauf und sagte: „Mama, Papa, Kind – jetzt bin ich immer bei dir.“
Meine erste Lesung
Gestärkt mit meinem neuen Tattoo ging ich zugleich motiviert und voller innerer Ängste am 4. August ins Stadtcafé, um meine erste Lesung zu halten. Zugegeben: Es waren hauptsächlich Friends und Family, die dabei waren, doch das machte das Ganze so besonders. Vor allem, da auch mein Vater gekommen war, obwohl er mich noch am Morgen gewarnt hatte, dass seine Schmerzen es eventuell nicht zuließen würden. Die ganze Lesung über filmte er begeistert und ich konnte sehen, wie stolz er auf mich war. Das bedeutet mir so viel. Obwohl er zwischendurch vor die Tür gehen musste, weil das viele Sitzen ihm in den Beinen wehtat, die von Metastasen befallen waren. Dennoch blieb er bis zum Schluss, es war ihm so wichtig, diesen für mich so bedeutenden Moment mitzubekommen.
Und wichtig war dieser Moment. Das eigene erste Buch laut vorzulesen und darüber zu sprechen, ist sehr sehr komisch. Ich weiß nicht, ob es die Sache leichter machte, dass ich bis auf zwei Personen, alle Leute, die da im Café vor mir saßen, kannte. Doch es führte auf jeden Fall dazu, dass ich mich wohlfühlte und ich denke, für diesen ersten Testrun war es perfekt. Beim Lesen bemerkte ich, wie viel Spaß ich bei der Sache hatte. Das Vorlesen, aber auch das über das Buch mit dem Publikum zu sprechen, zeigten mir, dass ich mit dem Schreiben auf dem richtigen Weg bin. Es fühlte sich einfach richtig an.
Das Lampenfieber verflog, sobald ich am Lesen war, und ich liebte es, meine Worte so vorzulesen, wie ich sie in meinem Kopf hörte. Mir wurde bewusst, dass niemand sonst das konnte. Natürlich fragte ich mich jede Sekunde, ob es auch allen gut gefiel und ob sie mein Buch mochten. Doch es trat in den Hintergrund, denn ich spürte, dass ich das, was ich tat, tun musste.
Als queere-feministische Autorin bin ich mir bewusst, dass mein Schreiben nicht den Geschmack der breiten Masse trifft. Doch das soll mich nicht davon abhalten, mit meiner Stimme laut zu sein. Denn was ich zu sagen habe, ist wichtig und richtig. Gerade in einer Welt, die immer weiter nach rechts rückt und in der Rechte von Frauen* und der LGBTQIA+-Community verstärkt eingeschränkt sind oder es wieder werden. Dass wir genauso ein Recht auf ein gutes und geschütztes Leben voller Liebe haben, darauf will ich mit meinem Schaffen aufmerksam machen.
Das Schwerste
Fast bis zum Schluss habe ich mir die schwerste meiner Thematiken für den Jahresrückblick zum Schreiben aufgespart. Und dann darf ich es auch noch zweimal schreiben, weil meine App am Handy die Version am PC irgendwie überschrieben hat und ich nicht mehr an die aktuellste Version komme. Ich hoffe, dass dieses eine Mal aller guten Dinge einfach mal zwei sind.
Den Sommer 2023 verbrachte ich bei meinen Eltern, um bei meinen Vater zu sein, während meine Mutter auf eine bitternötige Kur fuhr. Sie kämpfte nicht nur für meinen Vater gegen seinen Krebs, sondern hat auch noch meine Oma zu verpflegen, die mit ihren bald 91 Jahren kaum noch ihre Wohnung verlassen kann. Es war eine schöne und zugleich schwere Zeit, denn mein Vater hatte den Kampf gegen den Krebs aufgegeben.
Das spürte ich in der Zeit, die wir gemeinsam verbrachten, ganz deutlich – an der Art, wie er sprach und an der Tatsache, dass auch er kaum noch das Haus verließ. Außerdem nahmen die Schmerzen zu. Während ich im Bürozimmer meiner Eltern saß und versuchte zu arbeiten, spürte ich mehr, als das ich es hören konnte, wie sehr er litt. Er blieb immer öfters und länger in seinem Bett liegen. Nur seine geliebte Sonne konnte ihn noch auf die Terrasse locken. Es war sein absoluter Lieblingsort.
Durch die Schmerzen wurde mein Vater immer mehr zu einem anderen Menschen. Sie ließen ihn aggressiv und impulsiv werden. Nur hin und wieder, wenn die Schmerzen etwas nachließen, war er wieder sein sonniges altes Gemüt. Natürlich hatte es schon immer unschöne Seite an meinen Vater gegeben. Wir alle haben Vor- und Nachzüge. Doch jetzt nahmen sie überhand. Nur hin und wieder tauchte der Mensch auf, den ich als meinen Vater kannte und liebte.
Doch wenn er es tat, hatten wir in diesem Sommer wundervolle Gespräche auf der Terrasse und ich merkte, wie stolz er auf mich war und wie sehr ihn meine Welt erstaunte und doch auch begeisterte. Mit ihm konnte ich offen über meine mentale Gesundheit reden, mit der ich seit dem Burnout zu kämpfen habe. Er fühlte sich verstanden und ich bin ziemlich sicher, dass er mit Depressionen zu kämpfen hatte. Wer würde das nicht, wenn er*sie sich bewusst wird, dass das eigene Ende naht? Ich musste mich damit abfinden, dass ich ihn nicht zu einer Therapie zwingen konnte und dass er als erwachsener Mensch diese Chance selbst ergreifen musste. Doch selbst wenn, wäre es zu diesem Zeitpunkt zu spät gewesen.
Ich genoss und fürchtete es bei meinem Vater zu sein, da es wehtat in ihm diesen anderen Menschen zu sehen und zu wissen, dass er ständig an Schmerzen litt. Ich kämpfte verzweifelt darum, in Ruhe arbeiten zu können, doch das Leid meines Vaters lähmte mich. An Entspannung war nicht zu denken, auch, da ich immer noch an Liebeskummer litt. In diesem Sommer stand ich ständig unter Strom. Sehnte mich ein Dreivierteljahr nach dem Umzug danach, mich endlich in Ruhe in Wien einleben zu können und rannte stattdessen in Kassel einer unglücklichen Liebe hinterher und sah meinem Vater beim Leiden zu.
Der gefürchtete Anruf
Als ich nach Wien zurückkam, lag ich erst mal zehn Tage krank auf dem Sofa, so sehr hatte mich der Sommer in Kassel erschöpft. Wobei ich weiterhin jeden Tag arbeitete, denn selbst und ständig. Schließlich fand ich nach zwei Wochen langsam wieder in meinen Arbeitsrhythmus zurück. Ging häufig auf die Bibliothek, um unter Menschen zu arbeiten und unternahm abends viel mit Freund:innen. Eines Abends schleppte ich einen hetero Freund zum „Drag Race Germany“ schauen in eine Gay-Bar. Besagter Freund gewann ein Goodiebag, dass er mir freundlicherweise vermachte. Darin war ein T-Shirt, das ich am nächsten Tag gleich anziehen wollte.

Es war das einzige, woran ich am nächsten Tag denken konnte, denn der alles gefürchtete Anruf meiner Mutter war gekommen: „Er liegt im Krankenhaus und die Ärzt:innen wissen nicht, ob er noch mal ansprechbar sein wird.“ Lungenversagen, nicht die Metastasen, die seine Beine zerfraßen und ihm so große Schmerzen bereiteten. Ich war bockig. Ich wollte nicht schon wieder nach Kassel, wollte endlich in Wien bleiben und mein Leben hier beginnen und nicht schon wieder aus meiner Arbeit gerissen werden.
In Wirklichkeit wollte ich einfach nicht, dass mein Dad starb. So redete ich mir ein, dass ich am Vormittag noch würde arbeiten müssen. Doch ein Blick auf die Reiseverbindungen belehrte mich eines besseren. Es gab keine Zugfahrt unter 9 Stunden und 200 Euro am Nachmittag. Also checkte ich die Morgenstunden und da hatte ich mehr Glück. Doch jetzt blieb mir nur eine Stunde, um aufzustehen, mich fertigzumachen, meine Koffer zu packen, meine Wohnung irgendwie auf meine Abwesenheit vorzubereiten und rechtzeitig zum Hauptbahnhof zu kommen. Das einzige, woran ich die ganze Zeit denken konnte: Zieh das T-Shirt an.
Im Zug, er hatte sich natürlich verspätet, aber erst, als ich eh noch pünktlich auf dem Bahnsteig stand, telefonierte ich erneut mit meiner Mum. Dads Zustand hatte sich stabilisiert, doch sein Ableben war nur noch eine Frage der Zeit. Um meine Mum zu unterstützen, rief ich den besten Freund meines Vaters an. Als dieser hörte, dass ich in seiner Stadt umsteigen würde, aber nicht sicher sei, dass ich den Anschlusszug auch bekommen würde (Shoutout zur immer unpünktlichen DB), bestand er darauf, mich einzusammeln und mit mir nach Kassel zu fahren. Ich war ihm so dankbar dafür.
Die Tage im Krankenhaus
Wir fuhren quasi direkt ins Krankenhaus, wo mein Vater mit seiner humorvollen und freundlichen Art bereits zum Liebling der gesamten Station geworden war. Auch aus dieser Situation wollte er das Beste machen, schließlich hatte niemand was davon, wenn er verbittert und unfreundlich zu allen war – so seine Devise. Niemand konnte so wirklich glauben, dass es so schlimm um ihn stand, denn er war braun gebrannt wie immer. Darauf war er sehr stolz und es war eine der wichtigsten Dinge für ihn, nicht als kranker Mensch wahrgenommen zu werden.
Ich blieb in dieser schwierigsten Zeit meines Lebens nicht im Haus meiner Eltern, sondern zog ins Gäst:innenzimmer meiner besten Freundin ein. Ohne diesen wundervollen Menschen an meiner Seite hätte ich die Zeit nicht überstanden. Nur in ihrer Wohnung geling es mir überhaupt ein wenig zu arbeiten. Nur die Treffen mit ihr und anderen Freund:innen hielten mich über Wasser.
Jeden Tag fuhr ich ins Krankenhaus, wo meine Mutter quasi mit zum Einrichtungsgegenstand geworden war. Nur wenn sie wirklich musste, verließ sie sein Zimmer. Jeden Tag kamen Besucher:innen: Freund:innen und Familie, deren Support mich und meine Mutter bestärkte und meinem Vater die Zeit im Krankenhaus um einiges angenehmer werden ließ. Es war eine der kostbarsten Erfahrungen in meinem Leben zu sehen, wie vielen Menschen mein Dad etwas bedeutete und wie sehr meine Ma und ich uns in dieser unglaublich schweren Zeit auf diese großartigen Menschen in unserem Leben verlassen konnten. Sie waren für uns da und ich werde ihnen für immer dankbar sein.
Die Tage im Haus meiner Eltern
Schließlich gelang es Papas betreuenden Arzt tatsächlich, ihn dermaßen zu stabilisieren, dass er wieder nach Hause konnte. Damit erfüllte er ihm einen von drei Wünschen: zu Hause sterben, nochmal auf die Terrasse zu können und mich vor seinem Tod noch mal zu sehen. Alle drei Wünsche konnten wir ihn mit der tatkräftigen Unterstützung unserer Freund:innen erfüllen. Sie halfen meiner Mum, meinen Dad auf die Terrasse zu tragen – Pas bester Freund zog in dieser Zeit sogar bei uns ein, um meine Mum bei der schweren körperlichen Arbeit beizustehen.
Denn mein Vater war als Pflegefall aus dem Krankenhaus zurückgekehrt. Er konnte sich kaum noch von alleine bewegen. Sein Krankenbett war im Wohnzimmer aufgebaut und ein Palliativteam half meiner Mum bei der Pflege und der richtigen Medikamentenvergabe. Ich blieb weiterhin bei meiner BFF und fuhr jeden Tag zu meinen Eltern. Ich brauchte den Abstand, da ich weiterhin arbeiten musste, aber auch, damit ich mental nicht vollständig zusammenklappte.
Meinen Vater so zu sehen, war eine der furchtbarsten Erfahrungen, die ich je gemacht habe. Denn er hasste es, so komplett abhängig von anderen zu sein. Er hasste es, dass sein Körper ihm den Dienst verweigerte und er sich die Windeln wieder wechseln lassen musste wie einst als Baby.
Der schlimmste Moment für mich war, als ich mit meiner Cousine an seinem Bett saß und wir uns mit ihm unterhielten, während meine Mutter die Tabletten einordnete. Sie hatte angefangen, eine Suppe für meinen Dad aufzutauen und ich übernahm es, ein Auge auf sie zu werfen. Als sie fertig wurde, brachte ich sie meinem Papa und reichte sie ihm. Ich wusste, dass er sie nicht alleine essen konnte, aber er hätte es gehasst, wenn ich ihn einfach gefüttert hätte. Ich blieb einfach stehen und deutete an, dass ich ihm helfen würde, doch das kam bei meinem Dad nicht an. Und während meine Cousine sich kurz umdrehte, um mit meiner Mum zu reden, sah er mich mit hervortretenden Augen an und sagte ganz leise und voller Scham: „Corinna, kannst du mich füttern.“ Es zerbrach mir das Herz, denn ich konnte fühlen, wie sehr es ihm widerstrebte, mich das zu fragen.
Bei Dads Entlassung hatte der Arzt gesagt, es könne noch ein paar Tage, Wochen oder sogar Monate so weitergehen. Ich merkte, wie ich wieder an meine Grenzen geriet und entschied, dass ich nicht länger mein Leben pausieren konnte. Wie schlecht es mir ging, spürte ich am ersten Regentag, seit ich wieder in Kassel war. Ich starrte stundenlang auf den Bildschirm meines Laptops, ohne großartig was hinzubekommen. Es war der erste Tag, an dem ich darüber nachdachte, vielleicht einmal nicht zu meinen Eltern zu fahren. Ich drohte auf dem Sofa zu versacken und mich im Selbstkummer zu verlieren. Doch etwas in mir erinnerte mich daran, dass ich meinen Dad nicht mehr lange haben würde und so fuhr ich relativ spät am Abend doch noch nach Hause.
Ich war nicht die einzige, der das schlechte Wetter zusetze. Ma verriet mir, dass mein Dad den ganzen Tag geschlafen hätte und nicht wirklich aufgewacht sei. Sie machte sich Sorgen, dass er zu wenig getrunken hatte, und so riefen wir den Palliativarzt an. Während wir auf ihn warteten, verriet ich meiner Mutter, dass ich plante, in ein paar Tagen wieder nach Wien zu fahren. Ich wollte meinen Vater nicht länger so sehen müssen. Es tat so weh. Der Arzt kam und checkte meinen Dad. Ich war ziemlich sicher, dass er wusste, dass Dads Ende nahte. Er riet meiner Ma davon ab, meinen Dad aufzuwecken, wie auch ich es schon getan hatte. Es hätte ihn nur gequält.
Ich weiß nicht, ob mein Dad überhaupt mitbekam, dass ich da war. Ich weiß auch nicht, ob er es merkte, als ich meiner Ma half, ihm die Windel zu wechseln. Ich hoffe nicht, denn sie hatte ihm versprechen müssen, dass nur sie das machen würde. Doch die letzten Wochen gingen auch an meiner Mutter nicht unberührt vorbei und sie hatte keine Kraft mehr, es alleine zu tun. Vor allem nicht, während mein Vater schlief und nicht mithelfen konnte.
DER Anruf
Am nächsten Tag kam der Anruf. Mein Vater war tot. Wie betäubt machte ich mich auf den Weg zu meiner Mutter. Als ich ankam, war eine Pflegerin vom Palliativteam da und tröstete meine Mutter. Sie hatte viele schon informiert. Ich übernahm es, meiner Oma zu sagen, dass ihre größte Angst eingetreten war und ihr Schwiegersohn vor ihr gestorben war. Dann lag da die Hülle des Menschen, der einst mein Vater gewesen war. Den ganzen Tag würde er da so liegen, bis am Nachmittag ein Arzt endlich seinen Tod feststellen und am Abend der Bestattungsdienst seinen Leichnam abholen würde.
Ich war so dankbar, dass meine Ma und ich an diesem Tag fast keine Sekunde allein waren. Als zum ersten Mal die Tür klingelte, stand mir mein Onkel, Papas Zwillingsbruder, mit seiner Familie gegenüber. Als ich in den Augen meines Onkels, meiner Tante, meiner Cousine und meines Cousins den gleichen Schmerz sah, den ich spürte, musste ich zum ersten Mal weinen. Ich sank meinem Onkel schluchzend in die Arme und sie alle umarmten mich.
Immer mehr Freund:innen kamen im Laufe des Tages und wir verbrachten ihn auf der Terrasse, während hin und wieder jemand zum Bett meines Vaters ging, um sich von ihm zu verabschieden. Ohne diese wundervollen Menschen hätte ich diesen schlimmsten aller Tage nicht überstanden. Sie erzählten sich Geschichten, sprachen über die nun notwendigen Schritte und sorgten dafür, dass ich mich nicht so verdammt einsam fühlte.
All das danach
Nach dem Tod meines Vaters zog ich wieder zu meiner Ma, da ich sie nicht alleine lassen wollte. Ich arbeitete, half bei der Planung der Beerdigung, wo ich konnte und traf mich viel mit Freund:innen. Außerdem schrieb ich ein Gedicht, denn der Redner bei der Beerdigung würde Texte von meiner Mutter und mir vortragen. Mein Vater hatte sich jemanden gewünscht, der ihn gekannt hatte. Und wir frugen zwei Pfarrer aus meiner Kindheit und Jugend.
Doch der eine hatte vor etwa einem Jahr bereits einen anderen Freund zu Grabe getragen und sah sich nicht dazu in der Lage. Der andere Pfarrer war passenderweise ein Namensvetter meines Vaters. Er erklärte sich bereit, die Rede zu halten, obwohl wir alle aus der Kirche ausgetreten waren. Wir einigten uns auf eine hybride Form. Meine Mum und ich haben nichts gegen Religion, es war uns nur wichtig, dass niemand ausgeschlossen würde oder zu etwas genötigt, was sie*er nicht wollte.
Die Beerdigung war ein furchtbarer, irgendwie aber auch schöner Moment. Das Schöne daran? Die Menschen, die kamen. Meine BFF, der ich heulend in die Arme fiel, die mir aber Stärke gab. Eine weitere enge Freundin, die auftauchte, ohne dass ich sie darum hatte bitten müssen. Eine weitere, die mir am Morgen eine liebe Sprachnachricht geschickt hatte, weil sie krank war und nicht würde kommen können, die mir aber versichern wollte, dass sie an mich dachte. Die Mutter einer anderen lieben Freundin, die sich zu dem Zeitpunkt gerade auf Weltreise befand und ihre Mutter quasi als Stellvertreterin vorbeischickte.
Eine gemeinsame Freundin von Mum und mir, die zum zweiten Mal seit Dads Tod aus Düsseldorf gekommen war, um uns beizustehen. Die Kollegen meines Vaters, die allesamt in Malerkluft erschienen waren, um sich von einem langjährigen Kollegen zu verabschieden und die mich daran erinnerten, wie ich meinen Vater immer noch vor mir sehe: Mit etwas weißer Farbe an den Händen und beschmierten Arbeitsklamotten. All die engen Freund:innen unserer Familie, die auch in den letzten Wochen an unserer Seite waren. Alte Freund:innen, die die Tragödie wieder in unser Leben geführt hatte. Mamas Verwandtschaft, die angereist kam und mich auch in diesem schweren Moment an fröhliche Momente aus Kindheitstagen erinnerte. Die Friseurin, die längst zur Familienfreundin geworden war und die meiner Mum und mir eines der schönsten Geschenke machte.
Der schönste und schwerste Moment war, als während Papas Wunschlied „I am Sailing“ von Red Stewart kurz nach der Passage „I am flying, I am flying/ Like a bird ‚cross the sky“ plötzlich zwei Vögel am Himmel auftauchten. Wie auf meinem Tattoo und auf Papas Urne. Ich zeigte sie meiner Mutter, die nickte und sagte: „Aber es fehlt einer“ und genau in dem Moment flog ein dritter Vogel über uns her, den anderen beiden nach. Doch nicht, ohne direkt über uns einmal hochzusteigen und wieder hinabzufliegen, wie um sich von uns zu verabschieden.
Genauso schlimm und schön war es, als die Urne ins Grab hinabgelassen wurde und meine Mum und ich rechts und links von meiner Oma standen und ihre Hand ergriffen. Drei Generationen an Frauen, von denen zwei ihre geliebten Ehemänner lange vor ihrer Zeit zu Grabe getragen hatten und eine, die ihren Opa und ihren Vater viel zu früh verloren hatte.
Der schlimmste Moment war es, meinen Onkel dabei zu zusehen, wie er sich am Grab von seinem Zwillingsbruder verabschieden musste. Dem Menschen, der ein ganzes Leben und schon davor immer an seiner Seite gewesen war. Es zerriss mir das Herz, als er sagte: „Mensch Digga, du kannst mich doch nicht alleine lassen, du kannst doch nicht einfach vor mir gehen. So war das nicht abgemacht.“
Es schmerzt, einen geliebten Menschen gehen zu sehen. Doch zu sehen, wie viele Menschen um ihn trauern, macht mir Mut, denn er wird durch sie weiterleben. Durch ihre Geschichten und Erinnerungen. So wie er auch in meinem Herzen immer weiterleben wird.
Meine 3 liebsten eigenen Blogartikel des Jahres
Auf Instagram habe ich bereits verraten, dass ich in diesem Jahr keinen einzigen neuen Blogartikel veröffentlicht habe. Was mittlerweile nicht mehr ganz stimmt, da ja mein aktueller „12 von 12“ dazugekommen ist. Deswegen habe ich einfach mal meine allgemeinen Top 3 Lieblingsblogs ausgepackt:
- „Ich trage einen kurzen Rock“
- „Your pain is eating me alive“
- Jahresrückblick 2021: „Du musst dein Leben ändern“
Mein Jahr 2023 in Zahlen
Social Media
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Books

Meine Ziele für 2024
Für 2024 möchte ich mir nicht viel Neues vornehmen, da die Liste eh schon lang genug ist.
- Mein Ziel Number One ist es nach wie vor, meine Selbstständigkeit erfolgreich zum Laufen zu bringen und die richtigen Kund:innen zu finden, sodass ich verstärkt zu queer-feministischen Themen arbeiten kann.
- Mein Journalismus-Fernstudium beenden
- Mein Fem.ABC auf meinem Blog veröffentlichen
- Weiter an mir und meiner mentalen Gesundheit arbeiten. Vor allem lernen, Grenzen zu setzen.
- Mein zweites (eigentlich erstes) Buch an einen Verlag bringen und veröffentlichen
- Weitere Lesungen halten
- Mein Motto für 2024: Es kann nur besser werden
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